Waldeck-Frankenberg. In Waldeck-Frankenberg fehlen über 13.000 barrierefreie Wohnungen. Das geht aus Erhebungen des Statistischen Bundesamtes und dem Sozialen Wohn-Monitor 2026 sowie Daten des Landkreises Waldeck-Frankenberg hervor. Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai macht der Landkreis daher nochmals darauf aufmerksam, barrierefreien Wohnraum zu melden. Der Landkreis hat hierfür extra eine digitale Wohnungsbörse ins Leben gerufen, um Gesuche und Angebote zu matchen. Zu finden ist sie unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/barrierefreiheit.
Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum steigt
Waldeck-Frankenberg ist mit diesem Problem nicht allein: Deutschlandweit fehlen etwa zwei Millionen und in Hessen rund 80.000 entsprechende Wohnungen. Die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum hingegen steigt weiter an. Zusätzlich dazu sind barrierefreie Wohnungen am Markt oft noch deutlich teurer. Das ist eine Entwicklung, der der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit mit der digitalen Wohnungsbörse entgegenwirken möchte.
Barrierefreies Wohnen ist kein Luxus
Online können daher alle Gesuche und Angebote aus Waldeck-Frankenberg eingereicht und gesammelt werden. Der Fachdienst wertet die Rückmeldungen aus – und bringt die Angebote und Gesuche miteinander in Kontakt. „Den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung möchten wir zum Anlass nehmen, um nochmals auf unser Online-Angebot hinzuweisen. Wir rufen Menschen, die barrierefreien Wohnraum anbieten können, dazu auf, sich bei uns zu melden“, sagt die kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises Alexandra Köck. „Barrierefreies Wohnen ist kein Luxus, sondern ein berechtigter Anspruch und Voraussetzung für eine gute Lebensqualität, Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.“
Selbstbestimmt in vertrauter Umgebung leben
Durch eine bedachte Gestaltung – wie stufenfreie Zugänge, breite Türen, ebenerdige Duschen, schwellenfreie Übergänge, ausreichend Bewegungsfläche für Rollstühle, gut erreichbare und auch leicht bedienbare Bedienelemente sowie kontrastreiche, gut beleuchtete Innenräume – werden tägliche Hürden deutlich reduziert. Das betrifft vor allem Menschen mit körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen, Seniorinnen und Senioren, Personen mit vorübergehenden Beeinträchtigungen nach Unfällen oder OPs oder auch Familien mit Kinderwagen. Durch barrierefreie Wohnräume können Betroffene selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben.
Barrierefreiheit ist Baustein für inklusives Miteinander
Neben der digitalen Wohnungsbörse bietet der Landkreis aber auch die Vermittlung zu einer barrierefreien Wohnungs- oder Bauberatung an. Hierbei geht es darum, Wohnraum so zu bauen, umzubauen oder zu gestalten, dass er möglichst frei von Barrieren ist. „Barrierefreie Wohnräume bedeuten mehr Selbstständigkeit, Sicherheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe und sind ein Ausdruck sozialer Gerechtigkeit“, betont auch der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Karl-Friedrich Frese. „Investitionen in Barrierefreiheit sind Investitionen in eine zukunftsfähige Gesellschaft, von der alle Menschen profitieren. Denn Barrierefreiheit ist ein wichtiger Baustein für ein inklusives Miteinander.“

